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Titelbild des Artikel: Bayer und Syngenta köcheln eine unappetitliche Suppe

Bayer und Syngenta köcheln eine unappetitliche Suppe

Weshalb verstecken sich die beiden Agrarriesen Bayer und Syngenta hinter einer Website namens «Swiss Food» und was haben sie mit dieser Website vor? Ein Blick in die Küche der Agrochemie.

Wer steht wohl hinter einer Organisation namens «Swiss Food»? Eine Molkerei? Eine Schokoladenmanufaktur? Oder der Branchenverband der Schweizer Lebensmittelindustrie? Weit gefehlt, so nennt sich eine wissenschaftlich daher kommende PR-Seite, die von den zwei Giganten der Agrochemie, Bayer und Syngenta, bezahlt wird. Firmen also, die weder Lebensmittel produzieren, noch sehr schweizerisch sind. Bayer ist ein börsenkotierter deutscher Konzern und seit dem Kauf von Monsanto der grösste Pestizid-Hersteller der Welt. Und Syngenta hat zwar seinen Hauptsitz in Basel, gehört aber Chem China und ist damit de Facto ein chinesischer Staatskonzern.

Die von einer PR-Agentur betriebene Website «Swiss Food» ist eine einzige Lobeshymne auf Pestizide. «Pestizide für öffentliche Gesundheit fundamental» heisst es da zum Beispiel, oder «Um Insekten steht es besser als vermutet». Geradezu zynisch mutet die folgende Schlagzeile an: «Pflanzenschutz ist eine zivilisationstragende Technologie». Ob das auch die rund 200’000 Menschen so sehen, die gemäss Bericht der UNO jährlich durch Pestizide vergiftet werden? Immer wieder wird auf der Website behauptet, dass es ohne chemisch-synthetischen Pflanzenschutz nicht gehe. Dass Millionen von Bäuerinnen und Bauern auf der Welt ihre Kulturen mit anderen Methoden schützen und der Bio-Anbau boomt, wird komplett unter den Teppich gekehrt.

Einen schalen Nachgeschmack hinterlässt auch der krampfhafte Versuch von «Swiss Food», von der COVID-19-Pandemie zu profitieren. In mehreren Artikeln wird suggeriert, dass Biozide wie Desinfektionsmittel auch zu den Pestiziden gehören, diese aber für die menschliche Gesundheit unabdinglich sind. Was bezwecken zwei Agrarchemieriesen damit? Sie fürchten die zwei Pestizid-Initiativen, die im Juni zur Abstimmung kommen. Falls diese angenommen würden, hätte das für sie einerseits Umsatzeinbussen zur Folge, andererseits könnte dann auch in anderen Ländern ein Umdenken ins Rollen kommen. Um dies zu verhindern, ist jedes Mittel recht. Auch die Behauptung, dass diese zwei Initiativen etwas mit Desinfektionsmitteln zu tun haben. Was völliger Unsinn ist: Denn erstens haben beide Initiativen die chemisch-synthetischen «Pflanzenschutzmittel» im Visier und nicht medizinische Desinfektionsmittel. Und zweitens legt das Parlament die Umsetzung der Initiativen fest. Es ist sonnenklar, dass eine möglichst «milde» Umsetzung des Initiativtextes beschlossen würde.

Der grosse Aufwand, den Bayer und Syngenta betreiben, zeigt aber, dass die Nerven beim Agrobusiness blank liegen. Und das zurecht: Seit Jahren kommen laufend neue Fakten über die Folgen des routinemässigen Pestizideinsatzes zutage. Sterbende Insekten und Vögel, Rückstände im Trinkwasser, belastete Lebensmittel. Und laufend müssen Pestizide vom Markt genommen werden, weil ihre Giftigkeit unterschätzt wurde. Diese Fakten können auch ausgefeilteste PR-Texte nicht aushebeln.

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